Martin Heckmann ließt Charles Dickens

Scrooge ist von Beruf das, was man heute „unabhängiger Finanzinvestor“ nennt. Scrooge hat nur einen Daseinszweck: sein Vermögen zu mehren. Seine Mitmenschen teilt er ein in die, die ihm Nutzen bringen und die, die ihm im Wege stehen. Sein Lebensinhalt besteht aus Wechselkursen, Vertragsabschlüssen und Zinssätzen, sein Gemüt ist trocken, Freud und Leid scheinen ihm Verirrungen des Geistes. Anlässlich der nahenden Weihnacht, einem Fest, dem sich der Zyniker Scrooge innerlich schon immer verweigert hat, wird er heimgesucht von Geistern (oder sind es Engel?), die es vermögen, in ihm die Sehnsucht zu wecken, die Lebenslust und die Liebe. Eine herzerwärmende, fast könnte man sagen: eine therapeutische Geschichte, die - wie man hören wird - an ihrer Aktualität nun wirklich nichts eingebüßt hat.