Konzert - Trio Axis | 13.04.2018 | 20:00 Uhr

Das Bremer Kammermusikensemble wird dort aufgrund von erfreulichem Zuwachses im Trio vorerst das letzte Mal mit ihrem Programm Licht und Schatten in diesem Jahr zu hören sein.

 

Für das preisgekrönte Trio Axis mit Gabriele Mele an der Violine, Ann-Katrin Eisold am Violoncello und Lydia Hammerbacher am Klavier steht Kammermusik in der Mitte ihrer Welt. „Axis mundi“ oder „Achse der Welt“ bezeichnete in den germanischen Religionen die Vorstellung eines Pfeilers oder Baumes in der Mitte der Welt, um den sich der Himmel dreht. Die drei Musiker verfolgen und verteidigen ihren Instrumentalpart bis in die kleinsten Verästelungen, gehen dem individuellen Klang ihrer Instrumente nach und bleiben doch immer mit dem Stamm verbunden: Dickköpfig und nachgiebig schaffen sie es, die Balance zwischen ihren Interpretationen zu finden.

 

Licht und Schatten

Ohne Licht gäbe es keinen Schatten. Und ohne die Dunkelheit wären die hellen Momente nicht besonders. Ebenso ist es in der Musik. Wechselnd zwischen nächtlichen, zarten Klängen und einer euphorischen und dramatischen Stimmung schafft Schubert mit dem Nocturne in Es-Dur, D 897 ein Charakterstück im typischen volksliedhaften, schlichten Stil.

 

Arnold Schönbergs „Verklärte Nacht“ op.4 basiert auf einem außermusikalischen Thema - dem gleichnamigen Gedicht von Richard Dehmel. Es beschreibt den Spaziergang eines Paar im Mondschein. Bei diesem gesteht die Frau ihrem Geliebten, dass sie das Kind eines Anderen erwartet. Obwohl das Schlimmste erwartend, trifft sie auf großmütiges Verständnis bei dem Mann, der das Kind als sein Eigenes annehmen will. Das um 1900 noch höchst anrüchige Sujet hat hohe Wellen geschlagen und wurde zu gleichen Teilen abgelehnt und begeistert aufgenommen. Schönberg hat die „Verklärte Nacht“ für Streichsextett angelegt und später für Streichorchester erweitert. Die Fassung für Klaviertrio stammt von Schönbergs Schüler Eduard Steuermann.

 

Auch dramatisch, dazu explosiv und mitreißend beginnt Bedřich Smetana sein Klaviertrio in g-Moll op. 15. Beginnend mit einem Violinsolo, welches den Tod der vierjährigen Komponistentochter Bedřiska beklagt, eröffnet der Geiger das Tor in ein höchst emotionales Kammermusikwerk. Doch neben der tragischen Seite, getränkt von Wut und Trauer, mischt Smetana immer wieder positive Erinnerungen an seine Tochter hinzu: helle und tänzerische Passagen, die an das Lachen und Spielen von Kindern erinnern. Der Totentanz als Finalsatz mündet in einen Trauermarsch, der den Sarg des toten Mädchens musikalisch zu Grabe trägt, um schlussendlich überraschend triumphierend zu enden.

 

Programm

Franz Schubert (1797-1828)

Nocturne Es-Dur, D 897

Adagio

Arnold Schönberg (1874-1951) bearbeitet von E. Steuermann (1892-1964)

Verklärte Nacht, op. 4

 

***

 

Bedřich Smetana (1824-1884)

Klaviertrio g-Moll, op. 15

1. Moderato assai

2. Allegro, ma non agitato

3. Finale. Presto

 

Der Eintritt ist frei. Um Spenden wird gebeten.