Duo Poádka |Klassikkonzert | Lydia Hammerbacher | Johannes Krebs

17.02.2023 | 20.00 Uhr


Duo Pohádka spielt Werke von Schumann, Bridge, Barber und Britten 

Langsam und mit innigen Ausdruck nimmt Robert Schumanns Adagio und Allegro die Hörerinnen und Hörer mit in seine musikalischen Ideen, die in ein wildes Rasch und Feurig führen. Das in erster Fassung für Horn und Klavier bestimmte Werk wurde beinahe zeitgleich zur Entstehung vom Komponisten selbst für Cello bearbeitet. Clara Schumann sagte nach der eigens gespielten Uraufführung, wie „prächtig, frisch und leidenschaftlich“ ihr dieses Musikstück erschien. Mit innigen, intimen Passagen beginnt auch Frank Bridge, britischer Bratschist und Komponist des 20. Jahrhunderts in seiner Sonate für Cello und Klavier in d-Moll. Die Melodie des Cello schwelgt, sucht und findet im Klavier eine beinahe orchestrale Begleitung. Die Moderne ist zu spüren in nicht greifbaren Harmonien, der Impressionismus klingt in perlenden Akkordbrechungen des Klaviers an.

Rhythmisch, pulsierend und fordernd beginnt der Amerikaner Samuel Barber seine Sonate op. 6. Das 1932 entstandene Werk in drei Sätzen führt die bei Bridge anklingende Moderne weiter. Die schnellen und heiteren Passagen des zweiten Satzes erinnern an ein Scherzo vergangener Zeiten, bevor das Allegro appassionato virtuos und eindrucksvoll das Werk beendet. Der Brite Benjamin Britten ließ sich von seinem berühmten Musikfreundes Mstislaw Rostropowitsch zur Sonate in C-Dur inspirieren. In fünf kurzen, unterhaltsamen, unglaublich einfallsreichen und phantasievollen Sätzen wird vom Wesen und der Art des Cellisten erzählt. Gleichzeitig wird die volle klangliche Möglichkeit des Cellos ausgeschöpft. Das Klavier und das Cello ergänzen sich in der fein ausgefeilten Komposition in jeder Nuance, müssen stets wachsam reagieren und kommunizieren. Johannes Krebs und Lydia Hammerbacher gestalten hier alle Details farbenfroh aus und geben jedem der vier großen Werke ihren eigenen Charakter und Stil.

 

 

Programm "Dialogo"

 

R. Schumann (1810-1856)

Adagio und Allegro für Violoncello und Klavier op.70 As-Dur

 

F. Bridge (1879-1941)

Sonate für Cello und Klavier in d-Moll, H. 125

Allegro ben moderato

Adagio ma non troppo- Molto allegro agitato- Adagio ma non troppo

 

***  Pause ***

 

S. Barber (1910-1981)

Sonate für Cello und Klavier in c-Moll op. 6

Allegro ma non troppo

Adagio- Presto- di nuovo Adagio

Allegro appassionato

 

B. Britten (1913-1976)

Sonate für Violoncello und Klavier in C-Dur op. 65

Dialogo. Allegro

Scherzo-pizzicato. Allegretto

Elegia. Lento

Marcia. Energico

 

Moto perpetuo. Presto

 

Johannes Krebs

Nach Cello- und Kammermusikstudien in Hannover, Madrid, Basel und Köln bei Frans Helmerson, Friedrich-Jürgen Sellheim, Klaus Heitz und Reinhard Latzko und Meisterkursen bei Boris Pergamenschikow, Bernhard Greenhouse, Wolfgang Boettcher, Siegfried Palm, Mario Brunello, Menahem Pressler, Yehudi Menuhin, Ralph Gothoni und Rainer Schmidt gewann Johannes Krebs zahlreiche Preise bei nationalen und internationalen Wettbewerben und ist als Solist mit Orchestern und als gefragter Kammermusiker weltweit in Konzert­sälen zu erleben. 2017 schloss er sich dem Klaviertrio Hannover an. Als Solist spielte er unter so namhaften Dirigenten wie Ingo Metz­macher, Christopher Hogwood, Marco Letonja, Markus Poschner, Wolfgang Emanuel Schmidt, Florian Krumpöck, Thomas Klug und Nicholas Milton.

Von 2002-2006 war er stellvertretender Solocellist der Philharmoniker Hamburg, wo ihm der begehrte Eduard-Söring Preis verliehen wurde, von 2006 bis 2019 wirkte er als 1. Solocellist der Bremer Philharmoniker. Mit besonderer Leidenschaft widmet er sich auch dem Unterrichten. So betreute er von 2009 bis 2020 eine Celloklasse an der Hochschule für Künste Bremen, zum Wintersemester 2019/20 wurde er als Professor an die Kunstuniversität Graz berufen. 2015 übernahm er die künstlerische Leitung des international renommierten Kammer­musik­festivals „Internationales Musikfest Goslar-Harz“.

Mehrere Aufnahmen seiner umfangreichen Diskographie (u.a. bei den Labels Audite und genuin) wurden für den Preis der Deutschen Schallplattenkritik und den Opus Klassik nominiert.

Johannes Krebs spielt auf einem prachtvollen Cello von Carlo Antonio Testore, Mailand 1746.

 

Lydia Hammerbacher

begann mit fünf Jahren mit dem Klavierspiel. Schon während ihrer Schulzeit war sie Preisträgerin vieler Wettbewerbe, wie beispielsweise des Nürnberger Klavierwettbewerbs, des Karl-Höller-Wettbewerbs in Bamberg und des Carl-Schroeder-Wettbewerbs in Sondershausen. Die Pianistin hat bei Claudia Birkholz und Günther Herzfeld an der Hochschule für Künste Bremen ihre künstlerischen Fähigkeiten intensiviert. Im Anschluss an ihr Studium war sie als Korrepetitorin der Violinklasse von Thomas Klug tätig. Das Bremer Jugendensemble für Neue Musik smusic21 leitete sie bis 2018.

Bereits seit zehn Jahren ist Lydia Hammerbacher die Pianistin des Klaviertrios Axis, später Manuk, mit dem sie im Jahr 2014 mit dem 1. Preis des Wettbewerbs „Riviera Etrusca 2014“ in Piombino (Italien) in der Kategorie „Kammermusik“ ausgezeichnet wurde.

Sie arbeitet und lebt mit ihrer Familie in Bremen.

 

Eintritt ist frei. Um Spenden wird gebeten.