Ausstellung | da.zwi.schen | 20.01. - 17.02.2019



Ilse Hellwigs Thema ist das Zusammenspiel von Mensch und Natur. Ein Arbeitsthema sind menschliche Köpfe im Zwischenbereich völliger Abstraktion und wieder erkennbarer Abbildung. Die Köpfe sind eingebettet in ein Umfeld natürlichen Ursprungs. Sie stehen mit Formen und Symbolen in Korrespondenz. Längst nicht immer bilden sie eine harmonische Einheit. Der Kopf ist der Entstehungsort von Gedanken, Ideen, Ideologien, Glaubensrichtungen, humanen und inhumanen Handlungen. Meist fertigt sie Skizzen, unfertige, zerrissene und gestückelte Blätter, die „notdürftig“ zusammengenäht sind. Dazu verwendet sie „ gebrauchte“ Papiere, die sie mit der Hand und/oder mit der Nähmaschine bearbeitet. Diese ältesten, archaischen Grundtechniken der Menschheit bedeuten bei ihr meist ein Zusammenfügen von vormals getrenntem, ein Verletztsein und manchmal auch einen Heilungsprozess. Als gegenteilige Bedeutung versteht sie facettenhafte, nicht ganzheitliche Ideen, Gedanken, Ideologien und Handlungen, deren Folgen der Mensch nur schwer voraussieht.

 

Silke Mohrhoff geht in ihrer Kunst der Frage „Was ist Traum, was Realität?“ nach und schafft ambivalente Erfahrungsräume, die sie mit ihren Schöpfungen bevölkert. Wie Traumgeburten oder aus der Welt der Fabelwesen entsprungen, wirken die aus Kunststoff oder Keramik meisterhaft modellierten Figuren der Bremer Künstlerin. Die Größe der gezeigten Exponate fordert auf, sich ihnen zu nähern um in einen anderen Raum zu treten, denn die Figuren des Werkblockes „Die Schläfer“ sind eingebettet in Behausungen aus alten Fundstücken. Neben anfänglicher Abscheu drücken diese Wesen in ihrem Schlafzustand eine fragile, verletzliche Menschlichkeit aus. Die unterschiedlichsten Formen der Umhüllung lassen weniger an Fesselung als an Kokons denken, eben schützenden Orten, wo sich eine Wandlung vollziehen kann. In ihre aktuellen Arbeiten haben die Protagonisten bereits einen Weg in die Aufrechte gefunden. Noch scheinen sie aber in einer Zwischenzeit, quasi „da.zwi.schen“ zu leben, wirken sie doch schlafwandlerisch und nicht erwacht. Ausgangspunkt ihrer Arbeit ist der Mensch in dem ganzen Spektrum seiner Verletzlichkeit, seinen Gefühlen, Wünschen, Sehnsüchten und Erinnerungen.

Das zweite Arbeitsthema „Die Folgen des leichtsinnigen Eingreifens des Menschen in das Ökosystem“ zeigt ihn als Täter, als Verantwortlichen. Der Mensch ist dadurch sowohl Opfer, als auch Täter.

 

Elke Prieß legt mit kräftigen Farben, Symbolen, abstrakten Formen sowie naiven Darstellungen von Figuren und Alltagselementen in vielen Schichten ihre Bilder auf Leinwand, Papier und Stoff an. Sie verwendet häufig textile Alltagsmaterialien.

Tisch-, Geschirr- und Kopftücher werden von ihr bemalt, bedruckt, bestickt, ästhetisch

vereinnahmt.

Ihre Arbeiten sind immer eine Auseinandersetzung mit der Wahrnehmung. Im Übereinander und Nebeneinander verschiedener Techniken versucht die Künstlerin darzustellen, wie komplex Eindrücke sein können und was davon bleibt, wenn man darüber nachdenkt. Sie benutzt die Ausdruckskraft von Farben, Symbolen und Mustern zur Reduktion komplexer Zusammenhänge und experimentiert immer wieder mit neuen Drucktechniken, bringt Formen aus unterschiedlichen Kulturen, Zeiten und Kontexten zusammen. Durch das Übersticken und Aufpolstern werden ihre Motive auch dreidimensional. In ihren Stickobjekten verwendet sie Frauenporträts aus der Frührenaissance, denen sie mit der Sticknadel neue Frisuren und Accessoires verpasst, sie so verfremdet und in unsere Zeit holt.

Elke Prieß hat freie Kunst an der Hochschule für Kunst in Bremen studiert, hat ein großes Atelier an der Nordsee und zeigte in zahlreichen Ausstellungen im In- und Ausland schon ihre eigenen Werke.

 

Die Ausstellung ist geöffnet Di., Sa. und So. von 15 bis 18 Uhr