Bachelor-Abschlußarbeit | Valeska Marina Stach | die haut der steine

Eröffnung am 21.06.2019 | 19:00 Uhr


Eröffnung am Freitag, 21. Juni 2019 um 19 Uhr

Einleitende Worte: Prof. Michael Dörner

Ausstellungszeiten: Sa. 22. und So. 23. Juni 2019 jeweils von 15 – 18 Uhr

 

Valeska Marina Stach läuft auf der Grenze. Tinte kratzt auf Papier, Metall knallt in die Fläche und kodiert Gedichte ins Gefühl der Guckenden. Ihre Arbeit ist eine imaginative Reise und ein Mikroskop: Es ist ihr eigenes Spiel, das so eigen wird und nah, dass es uns angeht und zugleich abstößt: eine Linse zu einem intimen Mikrokosmos und eine Einladung, ganz hell, durchsichtig und durchlässig zu werden. Die Intensität ihrer, im Werk fühlbaren, Sehnsucht nach Transparenz macht uns glauben, dass es tatsächlich möglich sei, unsere «Herzhaut» (Hilde Domin) nackt werden zu lassen. Ihr Suchen verortet sich in den Tiefen unserer eigenen Identität und schafft eine Möglichkeit, die überall im Ausdruck

der Künstlerin erlebbar wird: Verletzlichkeit wird nicht wie eine schließende Grenze vor einem unbekannten Land behandelt und stehen gelassen, sondern die Künstlerin bewegt sie, rubbelt und pult an ihr und macht sie zu einem experimentellen Weg. Dieser

Möglichkeit folgend wird der eigene Körper zum Medium. Sie sucht: mit dem Wort, mit Folien, dem Mikroskop, mit Licht. Auf der Suche entsteht ein Fährte, die aus dem Denken ins Fühlen führt. Wunden werden befragt, wahrgenommen und in der Arbeit transformiert.

Sie werden sichtbar gemacht und in einen Erfahrungs- und Stimmungsraum überführt und so freigesetzt. Für diesen Weg bietet sie aber nie ein Equilibrium an, sondern Wärme und Kälte und hält dann eine kleine Stimme an die Wunde: „der stein ist wund und roh - und er rückt näher - wenn ich ihn schlafen lasse“.