IN HOLZ GESCHNITTEN | ZWISCHEN FANTASIE UND REALITÄT |                 05.10. - 04.11.2018


geöffnet Di., Sa. und So. von 15 - 18 Uhr

Vernissage: Freitag - 05. Oktober 2018 | 18:00 Uhr

Finissage: Sonntag - 04.November 2018 | 15-18 Uhr

 

Henrique Lemes wurde 1960 in Brasilien geboren. Er lebt seit 1993 als freischaffender Künstler in Bremen. Seine Farbholzschnitte befinden sich in Museen in Brasilien und bei Sammlern in aller Welt. Mehrfach erhielten seine Grafiken Preise im Rahmen nationaler und regionaler Ausstellungen. Henrique Lemes wurde im Zuge des begehrten Kulturförderprogramms ,,Caixa Cultural“ vom brasilianischen Staat ausgezeichnet: Eine Jury wählte aus 20.000 Bewerbungen 60 Preisträger aller Kunstsparten aus. Einer davon war Henrique Lemes, der 2011 acht Monate lang in Brasilien Workshops halten und Ausstellungen durchführen konnte. In dieser Zeit hat er viele neue Eindrücke verarbeitet. „Ich entdecke oft schöne Szenen im Alltag, man muss nur die Augen aufmachen“, sagt er und ergänzt: ,,Manche Begebenheiten habe ich schon tausend Mal gesehen und irgendwann betrachte ich sie plötzlich genauer“. Und trinkt dabei einen Kaffee. Ohne den ginge nichts. Mit dem Thema ,,Kaffee trinken“ beschäftigt sich der Künstler seit Jahren intensiv.

 

Tita do Rêgo Silva wurde 1959 in Brasilien geboren. Sie studierte Grafik und Kunstpädagogik an der Universität von Brasília. Dort war der künstlerische Rückgriff auf die Mythen des Landes als folkloristisch verpönt. Die Ausrichtung galt der westlichen Gegenwartskunst. Als sie nach Hamburg umsiedelte, erwachte der Drang, den Geschichten ihrer Kindheit mit einem neuen Bilderreichtum zu begegnen. Der Holzschnitt bot dabei das ideale Medium, ihre Zeichnungen farbig umzusetzen. In Erinnerung an die „Literatura die cordel“ – kleine Hefte an einer Schnur, deren Titelblatt vom Autor mit einem Holzschnitt geschmückt wurde – und mit Wissen um die Technik des japanischen Holzschnitts entwickelte sie so ihren eigenen Stil. Linie, Fläche, Gebärde und eine sehr präzise Farbgebung gewinnen in ihren Arbeiten unwiderstehliche Präsenz. Tita do Rêgo Silva entwirft mit ihren Holzschnitten eine scheinbar freundliche Weltsicht, gespeist aus den Geschichten ihrer Heimat. Humorvoll, manchmal derb und mit geradezu abstrusen Wendungen erzählen sie von Schurken, Teufeln und Meeresgöttinnen, und leichthin vermischt sich im Strom des Fabulierens christlicher Aberglaube mit den Mythen der afro-indianischen Kultur.