Ausstellung | MutterlandVatersprache | Druckgrafik

Gintare Skroblyte | Ilona Tessmer | Mari Gerkelids | Daniela Schlüter

04.10. - 08.11.2020 | Öffnungszeite: Di., Sa. und So. 15 - 18 Uhr


Gintare Skroblyte | Litauen

Wir fühlen uns sicher im Vaterland (Mutterland).

Sprache und Land sind dass was uns in unserem Leben Schutz gibt. Das Leben hat im Mutterland eine Selbstverständlichkeit und Leichtigkeit, die man in einem fremden Land so niemals haben wird – egal wie lange man dort lebt. Die Vatersprache ist nicht meine Muttersprache.

In einem fremden Land bin ich heimisch geworden, bin jedoch nicht mehr dieselbe wie in meinem Mutterland. Die Leichtigkeit des selbstverständlichen Daseins ist für mich damit beendet. Häufig ist der Mensch in Skroblytės Welt weder Einzelwesen noch Teil einer Gemeinschaft. Es sieht so aus, als gehöre er ganz der Banalität seines Augenblicks an. Die Weite des Raumes bedrückt ihn, statt sich für ihn zu einer Perspektive zu öffnen. Skroblytė gelingen großartige Inszenierungen, die sich gerade dadurch auszeichnen, dass keine schulmäßige Inszenierkunst erkennbar ist. Mit keinem klassisch ambitionierten Bildvortrag, sondern einem einfachen Bildsein, dehnen sich diese Graphiken über ihr winziges Format zu Blättern unprätentiöser Größe aus.

  • Seit 2004 lebt und arbeitet Gintare Skroblyte als freischaffende Künstlerin in Münster. Lehrtätigkeiten in verschiedenen Institutionen, u.a. die Leitung der LETTER Presse;

  • Künstlerische Projektleiterin und Dozentin, u.a. Stadtmuseum Münster,

  • Kloster Bentlage, Rheine;

  • mehrfache druckgraphische Stipendien,

  • regelmäßige Teilnahmen an zahlreichen internationalen Graphik-Biennalen (der 1. Preis der Internationalen Graphik-Bienalle in Hooglede/Belgien 1999),

  • diverse Einzel- und Gruppenausstellungen im In- und Ausland.

    Gintare Skroblyte | mail@gintareskroblyte.de | www.gintareskroblyte.de

 

Ilona Tessmer | Deutschland

Norddeutschland ist meine Heimat. Ich fühle mich eng verbunden mit der Natur und dem besonderen, etwas spröden Menschenschlag.

Das Thema „Mutterland Vatersprache“ hat mich eintauchen lassen in das Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland. „Die Demokratie die Basis unserer Freiheit“. Das Grundgesetz ist die wichtigste Grundlage für das Zusammenleben unserer Gesellschaft.

Ein weiteres Thema, dass mich umtreibt, ist das Deutsche Volkslied. Oft werden historische Volkslieder mit einer idealisierten ländlichen Kultur und starker Heimatverbundenheit assoziiert.

Nach dem Missbrauch des Volksliedes durch den Nationalsozialismus sind solche romantisierenden Interpretationen nicht mehr üblich. Ich habe mit älteren Menschen über die Bedeutung des Deutschen Liedgutes in deren Leben gesprochen, und die Erfahrungen in meine Arbeiten einfließen lassen.

Technisch arbeite ich vorwiegend im Tiefdruck. Ich verbinde klassische Verfahren wie Kaltnadel, Strichätzung, Aquatinta in Kombination mit digitaler Druckgrafik.

 

  • Ilona Tessmer lebt und arbeitet als freischaffende Grafikdesignerin und Künstlerin in Bremen.

    Ilona Tessmer | mail@tessmer–grafikwerkstatt.de | www.tessmer–grafikwerkstatt.de

 

Mari Girkelidse | Georgien

Die aus Georgien stammende Künstlerin Mari Girkelidse hat in Deutschland eine zweite Heimat gefunden. Auf den ersten Blick sind es zwei unterschiedliche Kulturen, wie sie sagt, – in vielem sind sie sich jedoch ähnlich. Starke kluge Frauen, wie sie selbst, sind typisch für beide Länder.

Besonders spezifisch ist für Mari der georgische Geschmack und das Modebewusstsein gepaart mit deutscher Professionalität und hoher Qualität. In der Kunst ist das Gender ein wichtiges Thema für die Künstlerin. Sie setzt sich in ihren Arbeiten intensiv damit auseinander. Rätzelhafte Frau oder etwa Mann auf rotem Hintergrund. Zugleich ein sanftes weisses Kleid und schlanke hübsche Beine. Das Bild ist die georgisch deutsche Antwort auf Eisensteins Kunst.

Technisch bewegt sich die Druckgrafik in den Arbeiten von Mari Girkelidse in einem Zwischenraum von angewandter und freier Kunst. Sie nutzt verschiedene künstlerische Techniken: Seriegrafie, Mischtechnik, Holzschnitt auf Papier.

Die Arbeiten zeichnen kühle analytische Distanz aus. Siebdrucke erscheinen durch die besondere Farbgebung sehr kraftvoll und lebhaft.

  • Mari Girkelidse hat national und international an zahlreichen Ausstellungen teilgenommen.

    Mari Girkelidse | marigirkelidse@gmail.com | www.marigirkelidze.de

 

Daniela Schlüter | Deutschland

Vaterland | Muttersprache – Deutschland

Daniela Schlüters grossformatige Bilder in Mischtechnik und kleinformatige Grafiken offenbaren narrative Situationen. Sie stellen urbane und ländliche Landschaften, Portraits und Szenen als Spuren individualisierten Lebens neben mythische Szenen menschlicher und tierischer Kreaturen. Ihre Arbeiten konfrontieren den Betrachter mit den verwirrenden Widersprüchen einer Zeit tiefgreifender politischer und ökologischer Veränderungen. Alarmierende als auch tröstende Bilder flimmern auf und erlöschen wieder.

Sie gehört zu jener Generation von jungen Künstlern, die sich in ihrem Schaffen ganz bewusst und folglich mit allen Sinnen den elementaren Fragen menschlicher Existenz stellt. Ihre Arbeiten sind eine Melange von Mystik und Wissenschaft, Volksglaube und Forschung, von Empfindung und Ratio, ja von tradierten Menschheitssymbolen und aktueller, modernster Technologie, die Schlüter in ihren Bildern gegenüberstellt.“ (Dr. Gabriele Hovestadt)

 

  • Daniela Schlüter lebt und arbeitet zur Zeit auf einem Bauernhof im Münsterland

  • lehrt weiterhin als Adjunct Professorin an der University of Alberta in Edmonton, Canada

  • und unterrichtet an der Druckvereinigung Kloster Bentlage,

  • der Kunstakademie Allgäu

  • und der Schwabenakademie Irsee.

    Daniela Schlüter | schlueterdaniela@yahoo.de | www.druckvereinigung-bentlage.de/daniela-schlueter