Organische Verbindungen

 

Unter dem Titel „Organische Verbindung“ zeigt die Villa Sponte, Osterdeich 59b, von Sonntag, 4. März, bis einschließlich Sonntag, 8. April, Skulpturen von Barbara Deutschmann und Bilder von Christian Plep. Beide Künstler leben und arbeiten in Bremen. Die Vernissage findet am Sonntag, 4. März, um 15.30 Uhr statt. Anschließend ist die Ausstellung bis einschließlich Sonntag, 8. April, dienstags, sonnabends und sonntags jeweils von 15 bis 18 Uhr zu sehen.

 

Barbara Deutschmann arbeitet mit den gegensätzlichen Materialien Stein bzw. Beton sowie Paraffin, Gießharz oder Glas. Diese treten in den Skulpturen in ein spannungsvolles Verhältnis zueinander. Der Stein wird von Hand geschnitten und die Oberfläche fein strukturiert. Aus dieser Grundform werden Teile herausgeschnitten und mit semi-transparentem Paraffin aufgefüllt. Innen sind schemenhaft farbige Binnenformen oder Linien zu erkennen, Formen, die zuvor aus Hartwachs gegossen und eingesetzt wurden. Sie scheinen durch das transparente Paraffin hindurch und werden manchmal auf der Steinoberfläche durch Schnitte weitergeführt. In einem Balanceakt entsteht ein bewegtes Zusammenspiel der konstruktiv-konkreten Formen beider Werkstoffe. Mit dem Eindruck, man könne ins Innere der Skulptur schauen, verbinden sich Stein und Wachs zu einer neuen Einheit. Nie lassen sich die Skulpturen mit einem Blick erfassen, sondern bieten immer noch eine weitere Lesart an.

Parallel entstehen Papierarbeiten in einer speziellen Enkaustik-Technik. Handgeschöpftes Papier wird mit transparentem und farbigem Wachs getränkt. Klare geometrische Formen und Linien changieren zwischen Zwei- und Dreidimensionalität.

Christian Pleps Werk wird mit den Jahren ruhiger und minimalistischer - es bildet einen Kontrapunkt zu der immer schneller und lauter werdenden Welt. Es sind die kleinen Dinge und Bruchstücke der täglichen Umgebung, die oft übersehen werden - ein Stück Wand, die Rinde eines Baumstammes. Plep legt seinen Fokus auf diese Details, auf Formen und Strukturen, auf das Material oder den Bildträger an sich. Vieles erscheint auf den ersten Blick streng geometrisch, aber eben nie in einer vollständigen Exaktheit. ganz so, wie etwas natürlich Gewachsenes. Einige Werke lösen sich im Verlauf seiner Arbeit zum Teil nahezu von der Wand – hier kommt eine weitere Dimension zum Vorschein: der Lichteinfall und der Schattenwurf. Der Arbeitsprozess selbst ist in seinen Bildern sichtbar - er lässt den Betrachter durch Tropfspuren, Risse etc. an diesem Prozess teilhaben. Seine Intention ist es, Raum für eigene Assoziationen und innere Bilder zu schaffen.