Projekt der St.-Johannis-Schule | Burkina Faso | 03.07.2018 | 16:00 Uhr

ie Burkina-Faso-Aktion der St.-Johannis-Schule in Bremen findet seit 1973 jährlich statt. Sie findet in Trägerschaft des Katholischen Gemeindeverbands in Bremen statt.
Die Schüler, Schülerinnen, Lehrer, Lehrerinnen, Eltern, viele Helfer und viele Ehemalige (Schüler und Kollegen) tragen jedes Jahr zu den großen Erfolgen der Aktion bei. Eine große Zahl Spender unterstützen die Aktion mit Sach- und Geldspenden.
Die Burkina-Faso-Aktion (damals noch Obervolta) begann unter Federführung des verstorbenen Schulleiters Gerhard Schreckenberg 1973 mit einem Flohmarkt zur Unterstützung der Menschen in Boulsa/Burkina Faso.

Die Verbindung war durch die Brüder Balemans zustande gekommen. Der eine, Christian, war Pfarrer in Herrn Schreckenbergs Gemeinde Peter und Paul in Bremen-Lesum, der andere, Frans, war als Pater in Boulsa. Dieser enge persönliche Kontakt wurde die Grundlage für die direkte Hilfe und Partnerschaft.
Pater Frans Balemans verstarb am 06.12.2012 im Alter von 83 Jahren. Er hat die Burkina-Faso-Aktion ganz stark geprägt. Er lebte und arbeitete als „Weißer Vater“ über 40 Jahre in Burkina Faso und hat viel für die Ärmsten der Armen in der Diözese Kaya bewirkt.

Im Jahr 1973 wurde der erste Flohmarkt veranstaltet. Daraus entwickelte sich eine ganze Aktionswoche mit verschiedenen immer neuen Programmpunkten.
Der Flohmarkt am Ende der Woche blieb bis heute der krönende Abschluss.
Einige Aktivitäten als Beispiele: Basar, Cafeteria, Salatbar, Theater, Konzerte, Spiele, Versteigerungen, Turnshows, Musikshows, Volleyball Schüler gegen Lehrer, Luftballonfliegen und und und…
Außerdem kamen viele Geldspenden für den guten Zweck zusammen.

So war es möglich, in den ersten dreißig Jahren insgesamt 1.121.242,56 Euro nach Burkina Faso zu schicken.

Das Geld kommt ohne Abzüge in Kaya (Burkina Faso) bei unseren Partnern in der OCADES an und wird von diesen an die Menschen in den Dörfern, die im Norden des Landes in der Sahelzone liegen, weitergegeben.

Die Vorschläge für die Projekte entwickeln die Menschen in den Dörfern.
Einige Beispiele aus den letzte beiden Jahren:

  • An den Stauseen wird Gemüse angebaut,
  • Vieh wird gemästet,
  • Früchte des Landes werden gesammelt, weiterverarbeitet und konserviert.
  • Es wird Honig produziert,
  • Baumwolle des Landes wird verarbeitet, Kleidung hergestellt, Stoffe werden gefärbt.

 

Der Verlauf eines Projektes sieht in etwa folgendermaßen aus:
Die Frauen eines Dorfes tun sich zusammen und wollen Felder anlegen, um während der Trockenzeit Gemüse anzubauen.
Zuerst müssen sie sich als Gruppe organisieren. Sie wählen eine Sprecherin, eine Schriftführerin und einen Kassenwart.
Dann bekommen sie eine Ausbildung (ökonomisch, landwirtschaftlich, ökologisch).
Als drittes erhalten sie das Geld für die Geräte, Karren und was sie sonst benötigen. Evtl. legen sie einen Brunnen an. Oder sie kaufen eine Pumpe, wenn sich in der Nähe ein Stausee befindet. Danach erhalten sie das Geld für Saatgut.

Mit den geernteten Früchten ernähren sie ihre Familie. Einen Teil verkaufen sie auf dem Markt. Von dem Erlös wird neues Saatgut gekauft und lebensnotwendige Dinge werden angeschafft. Immer mehr Familien legen Wert darauf, dass mehr Kinder die Schule besuchen können.

Auf diese Art verlaufen alle Projekte: Feldbau/Ackerbau, Aufzucht von Vieh, Seifenproduktion, Textilverarbeitung (Spinnen von Baumwolle, Schneidern, Färben) u.v.a.

Das Geld für die Projekte wird grundsätzlich an Gruppen und nicht an Einzelpersonen vergeben, Die Mitglieder der Gruppen werden ausgebildet, sie organisieren sich und müssen zusammen wirtschaften (Genossenschaftlich). Begleitend dazu finden Alphabetisierungskurse statt. Die Teilnehmer werden informiert über Hygiene, Familienplanung und gesunde Ernährung.

Zusätzlich zu diesen landwirtschaftlichen und handwerklichen Projekten unterstützen wir immer auch einige soziale Projekte,

  • Mutter-Kind-Stationen (CREN): Hilfe für unterernährte Kinder und ihre Mütter
  • Häuser für Frauen, die von der Gemeinschaft ausgestoßen wurden,
  • Häuser für Mädchen, die von zu Hause fliehen, um sich der Zwangsheirat zu entziehen
  • Gruppen von Leprakranken, Diabetikern, Körperbehinderten und und und…

Im Januar des folgenden Jahres erhalten wir mit den Anträgen für neue Aktivitäten einen Bericht über den Verlauf der Projekte. So versuchen wir Hilfe zur Selbsthilfe partnerschaftlich, auf Augenhöhe und nachhaltig zu leisten.

 

Durch gegenseitige Besuche wird die Beziehung und Partnerschaft immer intensiver: Pater Balemans besuchte häufig die St.-Johannis-Schule. Insgesamt waren sechs Mal Gruppen unserer Schule in Kaya. Dabei haben wir die Menschen, die unsere Unterstützung erhalten, kennen gelernt, haben Projekte angesehen und uns über die Lebensbedingungen und Probleme der Menschen informiert.
Es war beeindruckend zu sehen, mit wie viel Energie und Engagement die Projekte trotz der sehr schwierigen Lebensbedingungen in einem der ärmsten Länder der Welt vorangetrieben werden. Immer mehr Menschen können für sich und ihre Familie ihre Existenz (vor allem während der langen Trockenzeit) sichern.